„Viel mehr als ein Hotel“

Die junge Hotelkette „The Student Hotel“ ist auf rasantem Wachstumskurs und will im nächsten Jahr auch zwei Häuser in Deutschland eröffnen. Cost & Logis-Autorin Felicitas Helmis sprach mit Geschäftsführer Felix Hillen über die Ausrichtung der etwas anderen Hotels und die Expansionspläne in Europa.

Herr Hillen, The Student Hotel ist eine recht junge Hotelkette. Seit wann ist sie auf dem Markt und wem gehört sie?

Das erste Student Hotel wurde 2012 in Rotterdam eröffnet und gewann im selben Jahr das Veneure Best Hotel Concept. Seitdem haben wir zwei Hotels in Amsterdam und je ein Haus in Den Haag, Groningen, Maastricht und Eindhoven eröffnet. The Student Hotel Group ist ein Joint Venture der niederländischen Pensionskasse APG und einem von Aermont Capital Partners verwalteten Immobilieninvestment-Fonds. Das Joint Venture entwickelt, besitzt und betreibt alle Student Hotels, einschließlich der Immobilien.

 Warum nennt sich die Kette The Student Hotel? Dürfen dort nur Studenten übernachten?

Der Name spiegelt unsere studentische Ausrichtung wider, denn Studenten sind unsere Hauptzielgruppe, und er weist zugleich auf unser hybrides Übernachtungskonzept hin. Wir bieten Semesterunterkünfte für Studenten und Unterkünfte von ein paar Wochen bis zu einigen Monaten für Menschen, die nur kurzfristig in der Region arbeiten oder sich in Ruhe eine Wohnung suchen wollen. Zusätzlich bieten wir Hotelzimmer für Menschen an, die die Stadt besuchen, aus welchem ​​Grund auch immer. The Student Hotel ist mehr als nur ein Hotel. Wir sind eine Co-Living-Community, die dazu einlädt, zusammenzukommen und sich in unseren öffentlichen Bereichen zu mischen. Wir trennen nicht Studenten und Hotelgäste, ganz im Gegenteil. Es ist immer wieder interessant und überraschend zu sehen, wie sich die Gruppen mischen.

Sie haben angekündigt, 2020 ein Student Hotel in Österreich zu eröffnen. Warum in Wien und nicht in Berlin? Ist der deutsche Markt nicht interessant für Sie?

Doch, Deutschland ist für uns von großem Interesse. Deshalb werden wir bereits in diesem Jahr ein Hotel in Dresden eröffnen, 2019 wird ein Haus mit 456 Zimmern in Berlin folgen. Außerdem sind wir auch in allen anderen deutschen Großstädten auf der Suche nach geeigneten Immobilien.

 Wird The Student Hotel in weitere Länder expandieren?

Ja, wir konzentrieren uns bei unserer Expansion auf fünf Länder in Europa. Neben den Niederlanden, Deutschland und Österreich haben wir Italien und Spanien im Fokus. 2018 werden wir ein Student Hotel in Florenz und eines in Bologna eröffnen. Für 2019 folgen Neueröffnungen in Madrid, Delft und ein zweites Haus in Florenz. 2020 soll neben Wien auch ein Hotel in Rom eröffnet werden. Unser Ziel ist es, unser Portfolio bis 2021 auf 41 Hotels mit zusammen 17.550 Zimmern auszubauen.

 Ist der Name The Student Hotel nicht irreführend und grenzt die Zielgruppe ein?

Die Studenten sind der Schlüssel zu der einzigartigen Atmosphäre in den Student Hotels. Es ist dieser Mix aus Studenten, Co-Working-Gästen, Hotelgästen und Einheimischen, die sich in der Bar, dem Restaurant oder der Lobby treffen, und ein besonderes Erlebnis für jeden kreieren. Diese Atmosphäre wird von allen Gästen, ob Student oder nicht, sehr geschätzt. Deshalb ist der Name The Student Hotel eher ein Vor- als ein Nachteil.

Wo ist The Student Hotel denn preislich angesiedelt? Und welche Services sind inkludiert?

Die Preise sind von der Aufenthaltsdauer abhängig. Studenten berechnen wir pro Semester einen monatlichen Fixpreis. Die Preise für Hotelübernachtungen und Langzeitgäste sind, wie in allen Hotels, dynamisch und variieren je nach Saison. Hotelgäste finden in unseren Häusern all das, was sie von einem hochwertigen Hotel erwarten. Das Gleiche gilt auch für unsere anderen Gäste und Studenten, obwohl die Reinigung für sie seltener ist.

 

Felix Hillen

… ist bei „The Student Hotel“ ein Mann der ersten Stunde. Er kam 2011 als Geschäftsführer zu der Gruppe, bevor das erste Hotel in Rotterdam eröffnet wurde. Der studierte Betriebswirt war zuvor in unterschiedlichen Positionen für verschiedene Unternehmen tätig, unter anderem für die niederländische Eden Hotel Group und die Tageszeitung Financieele Dagblad.