„Staatsanwälte fackeln nicht lange, wenn Auflagen missachtet werden“

 

Volker Ebert ist geschäftsführender Gesellschafter der Martens & Prahl Versicherungskontor GmbH. Das Unternehmen ist kürzlich als „Bester Mittelstandsdienstleister“ Deutschlands im Bereich Versicherungsmakler ausgezeichnet worden. Cost & Logis sprach mit Ebert über die Ehrung, das Business mit der Hotellerie und den Vergleich mit anderen Branchen.

 

Herr Ebert, Martens & Prahl ist als „bester Mittelstandsdienstleister“ Deutschlands in der Kategorie Versicherungsmakler ausgezeichnet worden. Welche Bedeutung hat diese Ehrung für Ihr Unternehmen?

Die Auszeichnung ist Wertschätzung und zugleich Anreiz, noch besser zu werden. Martens & Prahl war zu meinem Start vor zirka 30 Jahren ein Unternehmen mit zirka 20 Mitarbeitern. Heute beschäftigt die Unternehmensgruppe rund 900 Menschen, viele davon sind auch im Business mit der Hotellerie tätig. Das ist eine Entwicklung, auf die wir stolz sind und bestätigt uns darin, auf dem richtigen Weg zu sein.

Martens & Prahl ist unter anderem in der Hotellerie aktiv, welchen Stellenwert hat das Business mit dieser Branche?

Für das Stammhaus Martens & Prahl Lübeck und damit die Keimzelle aller Firmen der Gruppe hat die Hotellerie einen enormen Stellenwert, inhaltlich als auch emotional. Wir legen großen Wert auf die Weiterentwicklung unserer Produkte und Dienstleistungen. Für mich persönlich ist es eine Herzensangelegenheit, für die Unternehmen aus der Hotellerie arbeiten zu können.

Auch in der Hotellerie haben Sie als Versicherungsmakler selbstverständlich Konkurrenz: Was machen Sie offensichtlich besser als Ihre Wettbewerber?

Wir heben uns ab durch die Nähe zu unseren Kunden, bieten ihnen einen Service, den sie so sonst nirgends bekommen. Versicherung können viele Anbieter, unsere Mitbewerber machen keinen schlechten Job. Eine wirkliche Verbundenheit zur Hotellerie haben sie bisher aber nicht herstellen können.

Welche Defizite machen sie beim Versicherungsschutz von Hotels in Deutschland aus?

Hoteliers haben eine große Verantwortung für ihre Gäste. Allein daraus lässt sich ein erheblicher Bedarf für das Thema Versicherung ableiten. Dazu kommen zahlreiche behördliche und gesetzliche Auflagen, die erfüllt werden müssen und die es in dem Ausmaß in anderen Branchen nicht gibt. Die mittelständische Hotellerie ist in den vergangenen 20 Jahren von den Versicherern schlecht und teilweise abschätzig behandelt worden. Wir haben es zusammen mit unseren Mitbewerben geschafft, die Einkaufspreise für mittelständische Hotelbetriebe in Sachen Versicherungen um bis zu 50 Prozent zu verringern. Allein dadurch, dass wir uns auf die speziellen Bedürfnisse der Branche fokussiert haben.

Abgesehen von kundenspezifischen Bedürfnissen: Welche grundlegende Empfehlung können sie den Hoteliers geben, wenn es um das Thema Versicherungen geht?

Dazu könnte ich eine ganze Menge aufzählen und erzählen. Stattdessen möchte ich an dieser Stelle lieber eine mir ganz wichtige Botschaft an die Hoteliers versenden: Wenn Sie sich zum Thema Versicherungen beraten lassen wollen, dann unterhalten Sie sich ausschließlich mit solchen Anbietern, die sich auf die Hotelbranche spezialisiert haben und lassen Sie sich die Branchenkompetenz unbedingt stichhaltig nachweisen! Arbeiten Sie ausschließlich mit ausgewiesenen Experten für die Hotellerie zusammen! Das ist das Wesentliche.

 

Volker Ebert: „Die mittelständische Hotellerie ist in den vergangenen 20 Jahren von den Versicherern schlecht und teilweise abschätzig behandelt worden.“

 

Sind deutsche Hotels eher unter- oder überversichert?

Auf jeden Fall zahlen viele Hoteliers deutlich zu viel Geld für ihre Versicherungen. Wer noch nicht auf die Dienste von Spezialisten setzt, der kann künftig zwischen 30 und 80 Prozent seiner Prämie sparen. Es ist erstaunlich, wie viele Hoteliers überteuerte Policen noch immer hinnehmen. Zigtausende Hotels in Deutschland sind nach wie vor schlecht versichert. Sie fühlen sich im Glauben, gut abgesichert zu sein, haben das aber nie so richtig prüfen lassen. Viele von ihnen kümmern sich ganz einfach nicht darum. Wir versuchen, die Sprache der Hoteliers zu sprechen und ihnen klar zu machen, welche Versicherungen sie wirklich brauchen und welche nicht.

Hat sich der Versicherungsschutz von Hotels in den zurückliegenden Jahren denn verbessert?

Leider nur punktuell. Wir als Spezialisten haben unsere Leistungen ständig weiterentwickelt und wachsen auch mit der Hotellerie, sei es beim Thema HCCP oder beim Mindestlohn, um Beispiele zu nennen. Auch das Thema Schutz vor Cybercrime haben wir schon vor Jahren in die Versicherungs-Pakete eingebunden. Es ist uns gelungen, die Schadenquoten erheblich zu senken, weil wir unsere Kunden ständig dazu anhalten, ihre Produkte und Systeme zu überprüfen. Diese Hartnäckigkeit führt letztlich zum Erfolg.

Welche Versicherungsthemen werden in der Hotellerie in den kommenden Jahren besonders in den Vordergrund rücken?

Das ist zum einen der Versicherungsschutz in der Voreröffnungsphase von Hotels – ein Thema, über das wir mit den Versicherern schon seit vielen Jahren diskutieren. Heute können wir Produkte anbieten, die es einem Hotelier ermöglichen, seinen Umsatz schon vor der Eröffnung des Hauses zu versichern. Auch beim Brandschutz und der Erfüllung behördlicher sowie gesetzlicher Auflagen wird es ein Umdenken geben müssen. Vielen Hoteliers ist nach wie vor nicht bewusst, welche Risiken sie ungeahnt in Kauf nehmen. Sie stehen damit quasi ständig mit einem Bein im Gefängnis. Staatsanwälte fackeln nicht lange, wenn sie erkennen, dass behördliche Auflagen missachtet werden. Sitzt der Betroffenen dann erst mal in Haft, ist obendrein die Versicherung nicht mehr bereit, Geld an einen rechtskräftig als Schwerverbrecher Verurteilten auszuzahlen. Darüber hinaus bin ich davon überzeugt, dass Cyberrisiken in den kommenden Jahren deutlich häufiger und umfangreicher versichert werden, als es derzeit der Fall ist. Wir erfahren mittlerweile fast täglich von nicht zielgerichteten Hacker-Angriffen, auch in anderen Branchen. Das Bewusstsein bei Hoteliers für einen Schutz in diesem Bereich dürfte erheblich wachsen.

Erkennen Sie bereits Ansätze für einen Bewusstseinswandel?

Für viele Kunden ist das Thema Cybercrime ein Schreckgespenst, sie fangen an, sich damit auseinanderzusetzen. Die Masse der Betriebe sieht einen Versicherungsschutz im Gegensatz zu Themen wie Feuer und Haftpflicht aber noch nicht als Standard an. Sobald aber zum Beispiel finanzierende Banken Cyber-Versicherungen als Sicherheit einfordern, wird sich das schnell ändern.


Deutschlands beste Dienstleister: Martens & Prahl ausgezeichnet

In Kooperation mit der WirtschaftsWoche hat die Beratungsgesellschaft Service Value untersucht, welche Dienstleister in Deutschland Mittelständler am meisten schätzen. Dafür wurden 16.817 Kundenurteile über 236 Dienstleister aus 25 Branchen eingeholt. Gewinner in der Kategorie Versicherungsmakler ist Martens & Prahl. Das Versicherungskontor verwies namhafte Konkurrenten auf die nächsten Plätze. In die Beurteilung eingeflossen sind neben der Kundenzufriedenheit auch die Qualität von Produkten und Leistungen, die Beratungs- und Betreuungsleistung, das Preis-Leistungs-Verhältnis, die Servicequalität, Informationen und die Kompetenz der Mitarbeiter.


Gudrun Lange …

… hat die Leitung des Teams HogaProtect der Martens & Prahl Versicherungskontor GmbH übernommen. Zuvor war sie im Hotelteam des Unternehmens verantwortlich für Marketing, Vertrieb und Produktmanagement. Die ausgebildete Versicherungskauffrau verfügt über den Studienabschluss „Technischer Underwriter“ der Deutschen Versicherungsakademie und ist bereits seit 15 Jahren für Martens & Prahl tätig.