POP-UP HOTELS – Mode oder Entwicklung mit Zukunft?

Der Autor Maximilian E. Paul ist Consultant Investment & Letting von Christie & Co.

Sie sind in aller Munde: Pop-Up Hotels. Gästen bieten sie außergewöhnliche Erlebnisse,  Eigentümern außerordentliche Pachten. Aber: Wie zukunftsträchtig ist die Pop-Up Idee?

Die Urbanisierung führt zu einem immer größeren Interesse an zentralen Innenstadtlagen, sodass Flächen flexibler und effizienter genutzt werden müssen. So kommt es an einem Ende der Stadt – durch städtebauliche Einschränkungen oder Mieterwechsel – zu Leerständen von Immobilien, während in einem anderen Stadtviertel Engpässe entstehen, weil nicht genügend Wohnraum, Büro- oder Gewerbeflächen zur Verfügung stehen. Hier können Pop-Ups als Problemlöser dienen.

Unterschieden werden zwei Ansätze: Einerseits das Pop-Up Hotel, das genutzt wird um eine kurzfristig erhöhte Nachfrage zu befriedigen, zum Beispiel Schiffscontainer, die zu den Olympischen Spielen 2012 in London zu Übernachtungsmöglichkeiten umgebaut wurden. Andererseits gibt es Konzepte wie zum Beispiel das „The Lovelace“ in München und das „Pop Down Hotel“ in Ried (Zillertal), die ihr Dasein als kulturelles „Happening“ beschreiben und Destinationen kreieren.

Letztlich bieten Pop-Up-Hotels Künstlern, Designern, Köchen und Gastgebern die Möglichkeit, sich zu präsentieren und ihren Gästen ein einmaliges Erlebnis durch Inszenierung verschaffen. Eigentümer profitieren von Mieteinnahmen, wenn die Objekte im derzeitigen Zustand nicht mehr verpachtet werden können. Entwickler und Planer haben Zeit, eine nachhaltige Lösung für das Objekt zu finden, Bewohner und Touristen die Möglichkeit, eine Destination neu zu entdecken.

Aber sind die Konzepte nicht teilweise zu schön, zu ansprechend und zu interessant, um wieder zu verschwinden? Ist die Kurzlebigkeit des 21. Jahrhunderts – begonnen mit der geplanten Obsoleszenz der Technikhersteller – nun auch in der Hotellerie angekommen? Setzt sich dieser Trend fort und werden wir immer weiter auf der Suche nach dem nächsten großen Erlebnis sein?

Aus wirtschaftlicher Sicht sind Pop-Up Hotels bestens geeignet, um temporär leerstehende Flächen wiederzubeleben und Betreibern die Möglichkeit zu geben, Konzepte auszuprobieren und experimentell zu arbeiten. Last but not least gewinnen sie auch aus städtebaulicher und touristischer Sicht zunehmend an Relevanz. So vermarktet der Schweizer Tourismusverband MySwitzerland seit fast einem Jahr elf Pop-Up Hotels unter anderem in Luzerner Krumturm und im alten Zollhäuschen in Bern. Aufgrund der großen Nachfrage sollen einige davon nächstes Jahr wiedereröffnen.